Bertolt-Brecht-Gesamtschule, Bonn

Die Vogelsiedlung in Tannenbusch

Partnerprojekt: Architekturgeschmack und Denkmalpflege

In einem gemeinsamen Projekt untersuchen zwei Bonner Schulen an unterschiedlichen Quartieren der Stadt das Spannungsfeld von Architekturgeschmack und Denkmalpflege. An der Bertolt-Brecht-Schule in Bonn-Tannenbusch geht es um den eigenen Stadtteil, genauer um eine Siedlung im Heimatstil, die hier Mitte der 1920er Jahre von der Stadt Bonn geplant und von Handwerkerfamilien vorwiegend in Eigenleistung errichtet wurde. Zusammen mit der sogenannten HICOG-Siedlung nach Entwürfen von Sep Ruf, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstand, bildet die Vogelsiedlung den Kern von Alt-Tannenbusch. Während die Siedlung der Nachkriegsmoderne denkmalgeschützt ist, ist es die Vogelsiedlung nicht. Warum das so ist, dieser Frage gehen die Schülerinnen und Schüler im fächerverbindenden Unterricht Gesellschaftslehre und Kunst nach. Sie erfassen die Anlage der Vogelsiedlung bei Begehungen, fertigen Straßenpläne dazu an und vergleichen stark veränderte Siedlungshäuser mit solchen, die weitgehend im Originalzustand erhalten sind. Im Kontext der historischen Gartenstadt-Idee beleuchten sie die Formensprache der Architektur, aber auch, welche Interessen ihren Erhalt leiten, welche ihm entgegenstehen und wie der gesellschaftliche Diskurs die Aufgaben der Denkmalpflege bestimmt. Was ist Heimat, welche Architekturmotive wurden in den 1920er Jahren als heimatlich verstanden und wie wirken sie heute auf uns? In Interviews mit Bewohnern der Vogelsiedlung wird das Team auch diesen Fragen auf den Grund gehen.

Ein denkmal aktiv-Projekt mit Förderung durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen
Diese Schule wird in einem gemeinsamen Projekt durch die folgende Schule angeleitet:
Friedrich-Ebert-Gymnasium, Bonn» zum Partnerprojekt
Katrin Bisping, Stadtkonservatorin Bonn
Kunst, Gesellschaftslehre
Jg. 8 und Jg. 12