Am Neuen Gymnasium Oldenburg beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5-12 im Juni 2025 aus chemischer, geografischer und geschichtlicher Perspektive mit der früheren Glasproduktion in Oldenburg-Osternburg. Ab 1845 produzierte dort eine Glashütte Gebrauchsgläser. Sie lag günstig an Wasserwegen, Eisenbahnlinien, Nah- und Fernstraßen, und der Standort bot wichtige Rohstoffe in der Umgebung. Zu Spitzenzeiten waren etwa 600 Menschen beschäftigt, Anfang der 1980er-Jahre wurde das Werk geschlossen.
Angeleitet durch die Lehrkräfte Dr. Bernhard Sturm und Annette Blau machte sich das Team am ersten Tag auf ins Glashüttenviertel. Die ehemaligen Werkssiedlungen Sansibar und Roter Strumpf sind nahezu aus dem Stadtbild verschwunden, doch die Siedlungen Kamerun und Breslauer Straße (s. Bild oben) stehen unter Denkmalschutz. Errichtet von1928 bis Mitte der 30er Jahre, boten die Häuser auch Ställe für Tiere und Gärten zur Selbstversorgung. Die Sanierung der Siedlung Breslauer Straße, eines der raren Denkmäler der Arbeitergeschichte in Oldenburg und erhaltenswertes Zeugnis sozialer Bau- und Wohnkultur, wurde vor einigen Jahren von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert.
Eine Kunstvermittlerin des Stadtmuseums kam am zweiten Tag zu Besuch in die Schule. Im Gespräch mit ihr erfuhren die Jugendlichen mehr über die Arbeitsbedingungen in der Glashütte. Anschließend konnten sie selbst kreativ werden, Glassteine herstellen und Glasrohre biegen.
Zu Themen wie der Chemie des Glases, Wohnen und Umgebung der Glashütte, Standortfaktoren und Transportwegen, dem Leben der Arbeiter, der Glasherstellung und -bearbeitung und Glasprodukten teilte sich das Team in Gruppen auf. Mit Recherchen, Plakatgestaltungen und 3D-Modelldrucken präsentierte es in einer Abschlussausstellung, welche Erkenntnisse über die eigene Stadt und den Werkstoff Glas die Projektwoche zutage fördern konnte. In einem Schaukasten der Schule finden die Projektergebnisse einen festen Platz.