Gymnasium Marianum, Warburg

Der „Judenkopf“ am Gymnasium Marianum

In den Fächern Religion und Geschichte geht es um eine Konsolfigur an der Schule, von der angenommen wird, dass sie ein antijüdisches Schmähbild zeigt. Sie findet sich am Mittelbau des Schulhauses, einem Gebäude des ehemaligen Dominikanerklosters in Warburg aus dem 14. Jahrhundert. Eine verwandte Figur ist in der Warburger Kirche Mariä Heimsuchung erhalten.
Im Jahrgang 9 wird die Figur zu Schuljahresbeginn im Rahmen des Unterrichtsthemas "Christlich-jüdisches Verhältnis" erkundet. Unterstützend bringen sich Schülerinnen und Schüler der Q2 ein, die sich mit der Aufarbeitung der jüdisch-christlichen Geschichte nach dem II. Vatikanum beschäftigen. Ziel des Projekts ist eine konkrete Erforschung und Aufarbeitung der antijüdischen Bildsprache sowie eine genaue historische Einordnung der Konsolfigur. Mit fachlicher Unterstützung arbeiten die Lernenden heraus, welche Bedeutung die Figur historisch hatte, und suchen eine Antwort auf die Frage, wie wir heute mit diesem historischen Zeugnis umgehen wollen. Dazu wird die Figur gründlich dokumentiert, auch unter Einsatz einer Drohne. Darüber hinaus gilt es, einen Platz zu erarbeiten, der für die Anbringung einer Hinweistafel geeignet ist. So wollen die Schülerinnen und Schüler des Marianums selbst eine größere Sichtbarkeit für die umstrittene Konsolfigur erwirken. Die Informationen, die sie zusammentragen, sollen nicht nur auf die Figur hinweisen, sondern sie auch wissenschaftlich begründet beschreiben. Der Schulgemeinschaft, aber auch der städtischen Öffentlichkeit will das Projekt die historischen Hintergründe bewusst machen, die zur Entstehung der Figur geführt haben.

Stadt Warburg, Untere Denkmalbehörde; Erzbistum Paderborn
Katholische Religionslehre, Geschichte
Kurse Jg. 9 und Q2

Aktuelles

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Lernort Hotel Bellevue – Geschichte(n) am Rhein. Projekttage in Rolandseck und Unterrichtsmaterial zum Baudenkmal