MORUS-Gesamtschule, Erkner

Bakelitproduktion zwischen Innovation und Zerstörung - Lernen vom Teerwerk in Erkner

Ein Kunstkurs erkundet die denkmalgeschützten erhaltenen Gebäude der ehemaligen „Theerproductenfabrik“ in Erkner: Das 1860/61 gegründete Teerwerk war ab 1909 Ort der ersten industriellen Massenproduktion von Bakelit. Als VEB Plasta Erkner eine zentrale Produktionsstätte der DDR, ist das Areal heute zu großen Teilen überformt.
Die Jugendlichen forschen am Industriedenkmal zu historischer und gegenwärtiger Kunststoff-Produktion, Stadtentwicklung und Klimawandel. Mit der Methode der künstlerischen Forschung verknüpfen sie soziale, architektonische und wirtschaftliche Aspekte des Ortes mit Perspektiven auf Zukunft und Nachhaltigkeit. Das Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS), im ehemaligen Werk I der Fabrik beheimatet, der Verein ChemieFreunde Erkner und das Heimatmuseum Erkner unterstützen die Schülerinnen und Schüler. Ihr Projektziel ist es, Wissen um die historische Produktionsstätte kreativ-dokumentierend sichtbar zu machen: Was können wir aus der Lokalgeschichte lernen? Wie lassen sich alle diese (un-)sichtbaren Denkmale benennen? Und wie durch künstlerische Mittel anschaulich machen? In Zusammenarbeit mit der Schüler:innenfirma Technik der MORUS-Gesamtschule entstehen zudem 3D-gedruckte Modelle der Bakelitfabriken Werk I und Werk II - aus PVC-Filament gefertigt, der in Erkner bis heute am historischen Standort produziert wird. Präsentationen sind zum Tag der offenen Tür im November 2026 und im Juni 2027, zum Abschluss des Projekts, im Heimatmuseum Erkner geplant.

Ein denkmal aktiv-Projekt mit Förderung durch:
Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg
Heimatmuseum Erkner; IRS Erkner; ChemieFreunde Erkner
Kunst, WAT
Jg. 7–10

Dokumentation