
Im Projekt der Klasse 6c geht es im gesamten zweiten Schulhalbjahr um das Gelände der ehemaligen Brauerei Pfefferberg, die 1841 in Prenzlauer Berg gegründet wurde. Zu DDR-Zeiten beherbergten die Gebäude Druckerei und Verlag Neues Deutschland, seit den 1990er Jahren wird das Areal soziokulturell genutzt. Es liegt nur wenige Schritte vom Schulgebäude entfernt und wird als Zeugnis Berliner Industriegeschichte und eindrucksvolles Beispiel für bürgerschaftliches Engagement in der Denkmalpflege von der Schulgemeinschaft neu entdeckt. Die Schülerinnen und Schüler haben im Vorjahr bereits eine Kiez-Führung zu ihnen wichtigen Orten im Prenzlauer Berg erarbeitet und den Pfefferberg als Bezugsort vorgestellt. Im denkmal aktiv-Projekt werden sie das Areal nun im gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht gründlich erkunden - durch das Sammeln von Eindrücken, die Arbeit mit historischen Dokumenten und Bildmaterial, das Kennenlernen der vielen Berufe und Tätigkeiten, die es am Pfefferberg gab, und durch die Untersuchung der Architektur auf Spuren der industriellen Nutzung. Die 6. Klasse führt auch Interviews mit den Menschen, die heute dort arbeiten und entwickelt aus allen ihren Erkenntnissen Führungsangebote für Gleichaltrige. Am Projektende steht die digitale Vermittlung historischer Inhalte in einem Actionbound, den die Lernenden nicht nur den Parallelklassen, sondern auch der interessierten Nachbarschaft präsentieren.

Die Projektleiterin:
„In dem denkmal aktiv-Projekt beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit der Nutzungsgeschichte und den damit verbundenen baulichen Veränderungen des Industriedenkmals Pfefferberg. Sie lernen dabei, historische sowie bauliche Quellen auszuwerten und entwickeln ein Bewusstsein für Denkmalschutz, indem sie untersuchen, wie die Spuren vergangener Nutzungen für andere sichtbar gemacht werden können. Im Mittelpunkt stehen außerdem das Erleben von Geschichte im eigenen Kiez, die eigenständige Auseinandersetzung mit dem Zeugnis der Vergangenheit sowie die Erfahrung von Selbstwirksamkeit durch die Vermittlung des eigenen Wissens an andere.“
Die Fachpartnerin der Stiftung Pfefferwerk:
„Als Stiftung stellen wir der Klasse unser Archiv zur Verfügung, in dem Fotos und Dokumente zu finden sind. Außerdem teilen wir unser gesammeltes Wissen über die Historie des Pfefferbergs mit ihr. Damit die Klasse auch die vielen verschiedenen Akteur*innen auf dem Pfefferberg kennenlernen kann, habe ich Kontakte für Interviews und Gebäude-Begehungen hergestellt. Auch für Fragen der Schüler*innen zu einzelnen Gebäuden und deren Geschichte stehen wir zur Verfügung. In regelmäßigen Abständen empfange ich die Klasse hier auf dem Gelände für kurze Workshops und begleite sie bei der Konzeption des Actionbounds und im Prozess der Umsetzung.
Den von der Klasse 6c entwickelten Actionbound wollen wir bewerben und weitere Schulklassen für dieses Industriedenkmal begeistern.“
Und die Fachpartnerin vom Berliner Zentrum Industriekultur:
„Ich habe mehrjährige Erfahrung in der Denkmalvermittlung an junge Menschen und bin inhaltlich ansprechbar zur Industriegeschichte Berlins, zu Bauforschung, Denkmalpflege und Museologie. Für die 6c habe ich im Projekt schon einen Interview-Workshop gegeben. Er hat die Klasse darauf vorbereitet, Zeitzeug*innen-Gespräche zu führen und zu verwerten. Nach einer Einführung in das Thema Industriekultur und Zeitzeug*innen-Gespräche konnte die Klasse selbst aktiv werden und Interviewsituationen üben. Anschließend haben wir in Kleingruppen Zeitzeug*innen auf dem Pfefferberg besucht. Die Kinder haben mit viel Neugierde und ehrlichem Interesse die Gespräche geführt und aufgezeichnet. Sobald der Actionbound bereit ist für Feedback, besuche ich die Klasse wieder. Gemeinsam werden wir dann testen und reflektieren, was gut funktioniert und was noch geändert werden kann.
Derzeit veranstalten wir nur für denkmal aktiv-Projekte solche Workshops in Schulen. Auf unserer Website bündeln wir aber die Mitmachangebote all unserer Partner in Berlin, die Vermittlungsprogramme anbieten - und die Stiftung Pfefferwerk ist Teil dieses Netzwerks der Industriekultur.“
denkmal aktiv fördert Projektwochen und Projektphasen mit bis zu 300 Euro
Spannende Einblicke in das Lernen am Denkmal: unser Projektschaufenster
Lernort Hotel Bellevue – Geschichte(n) am Rhein. Projekttage in Rolandseck und Unterrichtsmaterial zum Baudenkmal
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