Fachoberschule Fränkische Schweiz, Eggolsheim

Spurensuche Lindner - ein Industriedenkmal im Schulalltag

Die Fachoberschule in Eggolsheim ist in dem gelisteten Industriedenkmal Elektroporzellanfabrik Kurt Lindner untergebracht. Im Projekt setzen sich die Lernenden der Ausrichtung Gestaltung mit der Bedeutung des Denkmals und seiner Funktion in ihrem Schulalltag auseinander. Sie erforschen die Vergangenheit der Fabrik, analysieren ihre Baugeschichte und zugleich die lndustriegeschichte der Region. In unmittelbarer Anschauung reflektieren sie die denkmalpflegerischen Maßnahmen und Herausforderungen bei der Umnutzung der Fabrik zum Schulhaus. So wird in zwei Themenbereichen gearbeitet: Zur "Fabrik als Baudenkmal" mit Archivrecherche, Zeitzeugenberichten, Bauanalyse und Einblicken in die Methoden und Berufsfelder der Denkmalpflege, zur "Fabrik als Produktionsstätte" in einer gestalterischen Vertiefung mit dem Ausgangspunkt der Kooperation zwischen Lindner und dem Bauhausdesigner Wagenfeld. Geplant ist dazu eine mehrtägige Exkursion nach Weimar zum Schwerpunkt Bauhaus. Die Vorklasse erstellt filmische Interviews mit den Projektgruppen der G11 und mit dem Enkel des Firmengründers, außerdem führen sie Zeitzeugeninterviews mit ehemaligen Angestellten der Fabrik. Die Projektergebnisse werden am 27./28. Juni 2026 in einer öffentlichen Werkschau in der Schule gezeigt sowie auf der Schulwebseite und mit einer Plakatausstellung fest verankert. Auch die bundesweite Eröffnung des Tags des offenen Denkmals in Bamberg im September gestaltet ein kleines Projektteam mit.
Im Schuljahr 2026/27 wird das Projekt fortgeführt, dann folgt die "Spurensicherung Lindner".

Ein denkmal aktiv-Projekt mit Förderung durch:
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
P. Bellendorf, KDWT der Universität Bamberg; Kunsthistorikerin A. E. Albrecht
Gestaltung Praxis, Medien
Jahrgangsstufe 11 & 12 sowie Vorklasse

Dokumentation


Zu Gast im Labor des Kompetenzzentrums Denkmalwissenschaften in Bamberg

Farbanalyse, angeleitet von Prof. Bellendorf

Materialprüfung mit dem Mikroskop


Bei der Vorbereitung einer Materialanalyse ...

... und ihrer Durchführung


Vermessen des Schulgebäudes per Laserscan

Fotos: H. Preier, Eggolsheim

Die Projekt­lei­te­rin:

„Der alltäg­li­che Lernort hat eine eigene Geschichte, die für die Schüle­rin­nen und Schüler persön­lich relevant ist. Einige entde­cken z.B. Produkte aus der Fabrik wie die Lindner­leuch­ten bei sich zu Hause. Andere wiederum erfah­ren, dass Menschen aus der Region, die sie persön­lich kennen, ehema­lige Mitar­bei­ter der Lindner­fa­brik waren. Auch konkrete Unter­richts­in­halte lassen sich in der Projekt­ar­beit sehr anschau­lich vermit­teln, etwa die Bauana­lyse (im Jg. 11), wo Wahrneh­mung und Analyse durch Raumzeich­nung geschult werden, oder die Fotodo­ku­men­ta­tion des Gebäu­des im Fach Medien. Und schließ­lich bekom­men die Schüle­rin­nen und Schüler in der Begeg­nung mit dem KDWT Bamberg Einblick in Berufs­fel­der, die auch für ihre eigene weitere beruf­li­che Bildung in Betracht gezogen werden können.“

 

Aus den Video­in­ter­views mit Projekt­teil­neh­mern im Jahrgang 11:

„Ich finde es sehr inter­es­sant, dass heute noch sehr viele Spuren zu sehen sind“

„Ich finde es inter­es­sant, dass die Raumauf­tei­lung im Vergleich zu früher völlig anders ist. …Früher war alles eine große Halle und heute sind überall kleinere Räume. Lehrer­zim­mer, Klassen­zim­mer, Ruheraum…“

„Es war sehr inter­es­sant, es war sehr lehrreich. Das Projekt hat mir gehol­fen, die Schule, oder zumin­dest die Fabrik, besser zu verste­hen. Und es war sehr spannend, die Hinter­grund­ge­schichte dahin­ter zu sehen.“


Präsentation am Tag der offenen Tür mit einem Modell des historischen Baus

Fotos: H. Preier