
Zwei Schülergruppen – eine vom Gymnasium, die andere von der nahegelegenen Gesamtschule Emsland – beschäftigen sich in diesem Projekt mit der denkmalgeschützten Justizvollzugsanstalt Lingen, erschließen sie als historischen Lernort und machen sie in der Stadtöffentlichkeit bekannt.
Erkundet werden das Hauptgebäude, die ehemalige Bäckerei und die Kirche aus den 1830er Jahren, das Direktorenhaus und die Außenmauer aus der Mitte des 19. Jahrhunderts sowie Pförtnerhaus, Zellentrakt und Arbeitshaus aus der zweiten Hälfe des 19. Jahrhunderts. An ihnen lässt sich die wechselvolle Geschichte der JVA anschaulich ablesen. Sie wurde als englische Infanteriekaserne genutzt, bevor ein Umbau in den 1850er Jahren und die Verwendung als Frauenzuchthaus folgte. In der NS-Zeit war die Anstalt Krankenhaus, außerdem wurden an sie auch Kriegsgefangenenlager angebunden. Archivrecherchen dazu ermöglichen die fachlichen Partner im Projekt. Weiterführend werden regionaltypische Baumaterialien und alte Handwerkstechniken in den Blick genommen, außerdem schädliche Einflüsse auf das Baudenkmal sowie Maßnahmen der Erhaltung. Bei allem geht es um die Fragen: Wie kann Denkmalschutz sichtbar gemacht werden, wo der Zugang begrenzt ist? Und wie gelingt der Erhalt eines denkmalgeschützten Areals, das höchsten Sicherheitsstandards entsprechen muss?
Die Projektleiterin:
„Die Schülerinnen und Schüler konnten im Rahmen erster Begehungen und geführter Exkursionen Einblicke in die denkmalgeschützte Justizvollzugsanstalt Lingen gewinnen. Besonders prägend war die Erfahrung, einen historisch bedeutsamen Ort kennenzulernen, der im Alltag kaum öffentlich zugänglich ist. Die Lernenden nahmen die baulichen Strukturen, Materialien und Veränderungen des Areals bewusst wahr und reflektierten den besonderen Charakter eines Denkmals, das bis heute aktiv genutzt wird. Auch die Führung im Stadtarchiv und Emslandmuseum waren gewinnbringend für die Schülerinnen und Schüler, um zu sehen, wie Quellen aufbewahrt werden, um diese möglichst lange für die Nachwelt zu erhalten und zu sehen, wie eine Ausstellung aufgebaut wird. Der Vortrag durch die Untere Denkmalschutzbehörde hat den Schülerinnen und Schülern den Blick auf die Arbeit, das Umsetzen und die Wichtigkeit von Denkmalschutz vermittelt.“
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