
In zwei Profilkursen im Jahrgang 11 geht es um das Gutsdorf Malchow, das 1920 nach Groß-Berlin eingemeindet wurde. Die Entwicklung vom Gutshof und seinen verschiedenen Nutzungen zum Großstadt-Ortsteil in Stadtrandlage prägt Malchow. Ausgehend vom heutigen Naturhof, einem ab 1898 errichteten Dreiseithof, soll untersucht werden, wie die erhaltenen Ensembleteile ihre Umgebung geprägt haben, wie ihrer Geschichte Rechnung getragen wird, wie mit der Bausubstanz umgegangen wurde und wird. Die Jugendlichen spüren bei der Erkundung der denkmalgeschützten Hofanlage der Alltagsgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts nach und vollziehen vor Ort die Transformation von traditioneller Landwirtschaft zu aufkommender Industrialisierung nach. Das ehemalige Herrenhaus und der Hof werden auch mit Blick auf Erhaltungsmaßnahmen thematisiert, die ihre denkmalgerechte Nutzung ermöglicht haben. Bei Interviews mit lokalen Akteuren und Experten geht es dann etwa um die Sanierung und Aufrechterhaltung physischer Baustrukturen, die Wiederaufarbeitung historischer Strukturen und konkrete bautechnische Umsetzungen. Auch zur Eignung von Baumaterialien, den Folgen von Vernachlässigung sowie zu klimatischen oder atmosphärischen Einflüssen auf die historischen Bauwerke in Malchow können die Projektpartner Auskunft geben. Im letzten Schritt ist die Aufbereitung der Ergebnisse mit Actionbound für die Primarstufe und den Jahrgang 7 sowie eine große Schlusspräsentation geplant.

Die Projektleiterin:
„Im Dezember, im Rahmen des ersten Einführungstages verbunden mit einer digitalen Kartenarbeit zu Denkmälern in Berlin und Umgebung, haben die Schüler:innen die Erfahrung gemacht, dass sie teilweise von zahlreichen Denkmälern umgeben sind. Sie reflektierten darüber, dass sie aufgrund bisher fehlender Sensibilisierung dafür diese gar nicht so wahrgenommen hätten. Darüber hinaus gab es eine erste theoretische Einführung zum Denkmalort und es wurden fachspezifisch erste Untersuchungsfragen zum Denkmal entwickelt. Bis dahin hat noch keine direkte Begegnung mit dem Objekt (Denkmal) stattgefunden. Im Rahmen eines zweiten Projektages habe die Schüler:innen des Geschichtskurses sich spezifisch in Literatur zum Thema „Landwirtschaft im 19. Jh.“ während eines Besuchs der Zentralbibliothek der Humboldt-Universität eingearbeitet. Die „Geograf:innen“ wiederum wählten interessensbasiert aus verschiedenen geografiespezifischen Fragestellungen zwei Untersuchungsthemen aus und sollten frei nach verfügbaren und einsehbaren Quellen vor Ort recherchieren. Interessant war hierbei, dass die Schüler:innen großes Interesse am Denkmalschutzkonzept Berlins zeigten und wie dieses sich z. B. auf Siedlungsstrukturen usw. auswirkt. Auch die Verknüpfung von Denkmälern und SDG wurde als Schwerpunktthema gewählt, welches sicherlich im weiteren Verlauf sich gut eignet, um den historischen Aspekt und Naturschutz miteinander zu verknüpfen. Die Recherche selbst erwies sich für die Geograf:innen zum großen Teil nur als bedingt erfolgreich und führte zu gewissen Enttäuschungen. Allerdings, neben der reinen fachlichen Informationsgewinnung, waren weitere didaktische und von uns antizipierte Ziele sowohl Bibliotheken als Ort für Quellen praktisch kennen zu lernen, aber eben auch zu erleben, dass auch hier nicht immer alle Informationen gewonnen werden können und weitere Rechercheschritte wie Expertenbefragungen usw. notwendig sind.“
denkmal aktiv fördert Projektwochen und Projektphasen mit bis zu 300 Euro
Spannende Einblicke in das Lernen am Denkmal: unser Projektschaufenster
Lernort Hotel Bellevue – Geschichte(n) am Rhein. Projekttage in Rolandseck und Unterrichtsmaterial zum Baudenkmal
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr Informationen