Pascal-Gymnasium, Grevenbroich

Spurensuche: Grevenbroich im Zweiten Weltkrieg

Die AG "Grevenbroich im Zweiten Weltkrieg" begibt sich auf die Suche nach Spuren dieser Zeit. Am Ort haben die Lernenden der Jahrgänge 9 und 10 die Möglichkeit, ein Kriegerdenkmal, die ehemalige Synagoge des Ortsteils Hülchrath, Schloss Hülchrath, den alten jüdischen Friedhof und ein einstiges jüdisches Wohnhaus zu erkunden. Mithilfe der verschiedenen Zeugnisse der Geschichte nimmt die AG Einblicke in die Vergangenheit und kann lokale Geschichte reflektieren. Zu Projektbeginn steht ein ganzer Workshoptag, der den Lernenden ermöglicht, in Stadtarchiv und Museum mit Quellen aus der Zeit zu arbeiten. Mit methodischer Anleitung und Hintergrundrecherchen entdeckt die AG Spuren des Krieges und untersucht seine Auswirkungen auf das Leben in der Stadt damals wie heute.
Eine erste Ergebnispräsentation erarbeitet die AG anlässlich des UN-Welttages zum Gedenken der Opfer der NS-Zeit am 27. Januar, insbesondere zu Schloss Hülchrath als Baudenkmal und seiner Geschichte. Gesamtziel ist es schließlich, das Erlernte in Form eines geführten Spaziergangs und einer Ausstellung in der Synagoge Hülchrath der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Ein denkmal aktiv-Projekt mit Förderung durch:
Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes NRW
A. Braun, Untere Denkmalbehörde Grevenbroich; C. Schulte, Stadtarchiv Grevenbroich; U. Herlitz, Geschichtsverein Grevenbroich; P. Steins, Dorfgemeinschaft; Ehepaar Wennmacher
AG „Spurensuche: Grevenbroich im Zweiten Weltkrieg“
AG Jg. 9 und 10

Dokumentation


Erkundungen in Hülchrath

Auf dem jüdischen Friedhof in Hülchrath ...

... haben die Lernenden den Grabstein der Familie Vasen entdeckt ...

... und in der Synagoge ging die AG dem Kreativen Schreiben nach.


Die Ausstellung in der Synagoge

Fotos: C. Schwarzat, Grevenbroich

Die Projekt­lei­te­rin:

„Vier bedeu­tende Denkmale Hülch­raths bilde­ten den roten Faden des Projekts: die ehema­lige Synagoge, Schloss Hülch­rath, das ehema­lige Wohnhaus der jüdischen Familie Jakob Vasen sowie der alte jüdischen Fried­hof. Bei Exkur­sio­nen nach Hülch­rath hatten die Lernen­den Gelegen­heit, sich inten­siv mit dem Denkmal­schutz ausein­an­der­zu­set­zen. So erfuh­ren sie, dass er nicht nur der Erhal­tung von histo­ri­schen Gebäu­den dient, sondern auch dazu beiträgt, kultu­rel­les Erbe und Identi­tät zu bewah­ren.
Ein wichti­ger Aspekt, den die Schüle­rin­nen erkann­ten, ist die Verant­wor­tung der Gemein­schaft. Sie verstan­den, dass Denkmal­schutz nicht nur eine Aufgabe von Fachleu­ten ist, sondern dass auch Bürge­rin­nen aktiv zum Schutz ihres kultu­rel­len Erbes beitra­gen können, z. B. durch Engage­ment in lokalen Initia­ti­ven, wie es in Hülch­rath der Fall war/ist, oder durch das Melden von Schäden.

Ein Meilen­stein entwi­ckelte sich aus der Beschäf­ti­gung mit drei Fragmen­ten jüdischer Grabsteine. Sie waren während der NS-Zeit von Jugend­li­chen der damali­gen NS-Bauernschule vom jüdischen Fried­hof Hülch­raths entfernt und in den Burggra­ben von Schloss Hülch­rath gewor­fen worden. Jahrzehnte später wurden sie teilweise wieder­ge­fun­den und von den Schloss­be­sit­zern aus Respekt im Schloss­hof aufbe­wahrt, ohne dass sich eine dauer­hafte Lösung für ihren Verbleib fand. Durch die Arbeit der AG kamen Dorfge­mein­schaft, Geschichts­ver­ein und Schloss­be­sit­zer erneut ins Gespräch. Die Fragmente wurden für die Ausstel­lung fachge­recht gerei­nigt und werden anschlie­ßend nicht zurück­ge­bracht. Statt­des­sen wird nun gemein­sam die Errich­tung eines dauer­haf­ten Mahn- und Erinne­rungs­mals in Hülch­rath geprüft. Für die Schüle­rin­nen und Schüler war dies der eindrucks­vollste Beleg dafür, dass schuli­sche Projekt­ar­beit konkrete Impulse für die lokale Erinne­rungs­kul­tur geben kann.“