Freie Schule, Gröningen

Die „Grande Dame“ von Gröningen


Mit dem Siegesdenkmal der Germania gedachte Gröningen der Wiedererrichtung des deutschen Kaiserreiches. In den Denkmalsockel wurden die Namen aller Gröninger eingelassen, die im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864, dem Krieg zwischen Deutschland und Österreich von 1866 und dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 ihr Leben verloren hatten. Die Namen sind heute kaum mehr zu lesen, Verschmutzungen und Verfall machen der Statue zu schaffen.

Schulteams der Freien Schule widmen sich diesem Denkmal im fächerverbindenden Projektunterricht. Ganz praktisch führen die Schülerinnen und Schüler vor Ort Bestandsaufnahmen durch. Dabei beleuchten sie auch die Zusammenhänge und möglichen Konflikte zwischen Naturschutz und Denkmalerhalt. Im Geschichtsunterricht der Klasse 8 dient das Denkmal als historische Quelle zum Lehrplanthema "Das Kaiserreich - der erste deutsche Nationalstaat", im Rahmen von Projekttagen lernt die Klasse 6 die teils verwitterten Inschriften zu entziffern und mit Messungen herauszufinden, wie die Schäden am Denkmal entstanden sind. Im Technikunterricht wird das Denkmal für einen 3-D-Druck vermessen und es geht um die Umwelteinwirkungen, die den Verfall der Germania beschleunigen. So erkunden die Kinder und Jugendlichen das Denkmal aus verschiedenen sich ergänzenden Perspektiven und lernen in Begleitung durch denkmalerfahrene Steinmetzen Restaurierungspraktiken kennen. Schließlich informieren sie die Stadtöffentlichkeit mit einer Führung durch die Stadt und einem Theaterstück über alles, was sie rund um die "Grande Dame" von Gröningen herausgefunden haben und engagieren sich mit einer Pflegepatenschaft für ihren Erhalt.

Ein denkmal aktiv-Projekt mit Förderung durch:
Deutsche Bundesstiftung Umwelt
YLAB Geisteswissenschaftliches Schülerlabor der Universität Göttingen; Stadtverwaltung Gröningen; Steinmetzbetrieb Bauhütte Quedlinburg
Geschichte, Technik, Projektlernen
Klassen 6 und 8

Dokumentation



Das Projektteam und sein Untersuchungsobjekt (Foto: C. Friedrich, Gröningen)