Neues Gymnasium, Oldenburg

Schädliche Umwelteinflüsse auf unser Kulturerbe im Nordwesten


Ein Seminarkurs am Neuen Gymnasium beschäftigt sich ein Jahr lang mit Denkmalen der Nordwest-Region, und das sowohl aus kulturhistorischer wie aus naturwissenschaftlicher Sicht.  Typisch für die Region sind traditionelle Wohnhäuser aus Fachwerk und Backstein, technische Denkmale wie Leuchttürme oder Windmühlen, ein Altdeich, ein historisches Segelschiff, oder auch eine Jahrhunderte alte Landkarte. Warum sind all diese Kulturgüter schützenswert? Welchen Umwelt- und Klimaeinflüssen unterliegen die verschiedenen Denkmale, und welche Auswirkungen hat das auf ihre stoffliche Haltbarkeit? Sind historische Materialien vielleicht sogar zukunftsfähiger als moderne?

Die Resistenz von Denkmalen gegenüber Umwelteinflüssen will die Lerngruppe mithilfe naturwissenschaftlicher Untersuchungen und in Modellexperimenten analysieren: Welche Auswirkungen hat etwa Lichteinfluss auf Farbfassungen? Wie wirkt die Wasseraufnahme von Natur- und Backstein im Mauerwerk? Oder wie begegnet man Korrosionsschäden an historischen technischen Anlagen?  Für die Facharbeiten, die sie im Seminarkurs anfertigen, recherchieren die Jugendlichen zu den Entstehungs- und Erhaltungszusammenhängen der unterschiedlichen Objekte. Sie legen eine Materialdokumentation dazu an und illustrieren die Folgen von Umwelteinwirkungen für den Denkmalbestand schließlich in einer öffentlichen Präsentation. 

Ein Artikel zu Denkmalen nach der Hochwasserkatastrophe 2021, ihren Auswirkungen auf historische Baumaterialien und die ursächlichen Klima- und Umweltveränderungen in Monumente, dem Magazin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Ein denkmal aktiv-Projekt mit Förderung durch:
Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Alfried Krupp-Schülerlabor der Ruhr-Universität Bochum; Monumentendienst Oldenburg; Landesbibliothek Oldenburg; Ortskuratorium Oldenburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz; Museumsdorf Cloppenburg
Seminarfach (Biologie, Physik, Chemie, Technik)
Jg. 12

Dokumentation



Das Team auf Stadtspaziergang, hier zu den "Oldenburger Hundehütten" - kleinen Bürgerhäusern, die im späten 19. Jh. in der Stadt zahlreich in ähnlicher Form entstanden

Der Monumentendienst informiert die Jugendlichen im Seminarfach zu Inspektionen an Denkmalen und der Reparatur mit historischen Baustoffen (Fotos: B. Sturm, Oldenburg)

 


Der Projekt­lei­ter:

Der Kurs hat sich erarbei­tet, wie man für ein Denkmal ein Modell­ex­pe­ri­ment entwi­ckeln kann. Dafür wurden am Neuen Gymna­sium und im Schüler­la­bor Experi­mente vor Ort bzw. virtu­ell durch­ge­führt. Die Bedin­gun­gen waren so gewählt, dass daraus Forschungs­fra­gen formu­liert werden konnten.
Darauf aufbau­end gliedern sich die entste­hen­den Fachar­bei­ten in einen eher theore­ti­schen Abschnitt zum Kultur­gut und einen prakti­schen zum Experi­ment. Damit wird der Fachüber­griff zwischen Kunst/Architektur und den Natur­wis­sen­schaf­ten geför­dert.
Die Projekt­ar­beit am Denkmal regt indivi­du­elle Kontakt­auf­nah­men und Fahrten der Schüle­rin­nen und Schüler zu Kontakt­per­so­nen an, z.B. zu Bauma­te­ri­al­her­stel­lern, dem Museums­dorf Cloppen­burg, zur Landes­bi­blio­thek Olden­burg, zum Schiff­fahrts­mu­seum Bremer­ha­ven oder zur Deutschen Stiftung Denkmal­schutz. Diese Eigen­in­itia­ti­ven werden sich vermut­lich noch verstär­ken und die Lernen­den in ihrer Persön­lich­keit voran­brin­gen.