
Eine 9. Klasse der Höchberger Schule setzt sich in ihrem Projekt mit einem der großartigen barocken Brunnen Würzburgs auseinander, dem Vierröhrenbrunnen. Er lädt mit seinem Figurenprogramm zu Entdeckungsreisen ein: Vier Delphine speien Wasser, über ihnen thronen die Kardinaltugenden Weisheit, Mäßigung, Gerechtigkeit und Stärke. Was haben sie mit Würzburg und mit Franken zu tun? Die Lernenden tauchen tief in die Stadtgeschichte und auch in die Geschichte der städtischen Wasserversorgung ein. Sie erkunden den Brunnen bei Exkursionen vor Ort, studieren die Originalfiguren, aber auch grafische Dokumente im Museum für Franken. Die Klasse analysiert literarische Quellen, befragt Fachleute und hält die Brunnenskulpturen zeichnerisch sowie druckgrafisch fest. Es entstehen Ausstellungstexte, eine Info-/Mitmach-Broschüre, Collagen, ein Brunnenbuch und weitere Präsentationsformate, die über den Vierröhrenbrunnen informieren und das Projekt nachhaltig dokumentieren.
Die Ergebnisse werden am 16. Juni 2026 in einer Vernissage rund um den Brunnen präsentiert. Dann informieren die Schülerinnen und Schüler zudem Passanten über die Geschichte und die Bedeutung des Brunnens. Besonders gelungene Werke werden als Postkarten gedruckt und dem Museum für Franken sowie dem Stadtmarketing zur Verfügung gestellt. Eine Ausstellungs-Preview ist bereits ab Mitte Mai im Museum für Franken zu sehen.

Die Projektleiterin:
„Das Projekt verband die unmittelbare Begegnung mit einem historischen Denkmal mit selbstständigem, fächerübergreifendem und kreativem Arbeiten. Die Schülerinnen und Schüler lernten, den Vierröhrenbrunnen nicht nur als vertrauten Treffpunkt, sondern als kunsthistorisches Zeugnis, als Quelle zur Stadtgeschichte und als Ausgangspunkt für aktuelle gesellschaftliche Fragen wahrzunehmen. Der Vergleich von Originalen und Repliken, die Untersuchung von Material und Bearbeitungsspuren sowie die Zusammenarbeit mit außerschulischen Fachleuten ermöglichten Erfahrungen, die im Klassenzimmer kaum in gleicher Weise möglich gewesen wären.
Besonders bedeutsam war, dass die Jugendlichen eigene Ideen entwickeln und in unterschiedlichen künstlerischen Techniken umsetzen konnten. Die öffentliche Präsentation ihrer Projektarbeiten, ihrer Gedanken und Projekttagebücher sorgten von Anfang an für ein motiviertes Arbeiten. Die positive Resonanz der Besucherinnen und Besucher – darunter die erstaunte Rückmeldung eines Gymnasialkunstlehrers, dass eine einzige Klasse eine derart umfangreiche Ausstellung gestaltet hatte – machte die Leistung der Jugendlichen sichtbar. Dass das selbst geschriebene und illustrierte Brunnenbuch einer Schülerin bereits während der Veranstaltung ausverkauft war, war ein weiteres Zeichen für die Wertschätzung der Ergebnisse.“
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