Friedrich-Engels-Gymnasium, Berlin

Berliner Mauer: Das Denkmal als Erinnerungsort der Einheit und Trennung

Das Team erkun­det auf einer Exkur­sion im Schle­si­schen Busch in Treptow den dorti­gen ehema­li­gen Wachturm, der seit 1992 unter Denkmal­schutz steht (Foto: C. Hammer, Berlin)

In fächer­über­grei­fen­dem Unter­richt befra­gen die Schüle­rin­nen und Schüler in ihrem Projekt die Überreste der Berli­ner Mauer als Orte des Geden­kens und als histo­ri­sche Zeugnisse. Sie beschäf­ti­gen sich mit dem Aufbau und der Struk­tur der Grenz­an­la­gen, mit ihrer Entwick­lung während der Teilung, aber auch mit den denkmal­pfle­ge­ri­schen Anfor­de­run­gen für ihren Erhalt. Das Team lernt Einrich­tun­gen und Berufe kennen, die das Denkmal Berli­ner Mauer betreuen und zugäng­lich machen und erkun­det, welchen Platz das ehema­lige Großbau­werk in der heuti­gen Stadt­ge­sell­schaft einnimmt: Wie dachte man unmit­tel­bar nach der Verei­ni­gung darüber, wie heute? Und was passiert wohl in Zukunft mit den Brach­flä­chen des ehema­li­gen Grenz­strei­fens? Zu diesen Themen entste­hen Portfo­lios, die Berichte, Befra­gun­gen, Colla­gen und Fotogra­fien sowohl zu denkmal­ge­schütz­ten als auch zu nicht unter Schutz gestell­ten Mauer­res­ten beinhal­ten und zum Abschluss des Projekts öffent­lich präsen­tiert werden.

Unterrichtsfächer:

Geschichte, Politik, Deutsch, Ethik

Lerngruppe:

Jg. 9 und 10 (ca. 65 Schüler)

Fachliche Partner:

Anja Bellmann, Stiftung Berli­ner Mauer, Berlin;
Wolf-Borwin Wendlandt, ehem. Untere Denkmal­be­hörde, Berlin

Projektdokumentation:

Arbeits­plan
Kurze Projekt­prä­sen­ta­tion

Die Projekt­lei­te­rin:
„Die histo­ri­sche sowie politi­sche Dimen­sion der Berli­ner Mauer rückt für eine Schüler­ge­nera­tion, die 15 Jahre nach dem Mauer­fall geboren worden ist, in histo­ri­sche Fernen. Da auch von der Mauer selbst kaum noch sicht­bare Zeugnisse erhal­ten sind, ist der Stellen­wert von Denkmä­lern für die natio­nale Erinne­rungs­kul­tur an diesem Beispiel eindrucks­voll zu verdeut­li­chen. Die Schüler haben überein­stim­mend formu­liert, dass sie Erinne­rungs­orte als ein zentra­les Element sehen, um histo­ri­sche Gescheh­nisse besser verste­hen und einen direk­ten Zugang dazu entwi­ckeln zu können. Oftmals, so stell­ten die Schüler fest, sei es schwie­rig, sich Ereig­nisse vorzu­stel­len. Am konkre­ten Ort und idealer­weise von Zeitzeu­gen vermit­telt, werde dann Geschichte aber leben­dig (…)
Das Lernen am histo­ri­schen Ort birgt das Poten­tial, Schüle­rin­nen und Schüler zu motivie­ren und eine konkrete Vorstel­lung zu entwi­ckeln. Die Vergäng­lich­keit von gegen­ständ­li­chen Quellen und Zeugnis­sen wurde der Projekt­gruppe beson­ders auf den Exkur­sio­nen bewusst. Disku­tiert wurden z.B. künst­le­ri­sche und museale Eingriffe in histo­ri­sche Orte, die sehr unter­schied­lich bewer­tet worden sind: Verant­wor­tung, Machbar­keit und Siche­rungs­aspekte wurden dabei angespro­chen. Zu den positivs­ten Erfah­run­gen für die Lehren­den gehörte, dass man aus den selbst­be­wuss­ten, positi­ven Erleb­nis­be­rich­ten einzel­ner Exkur­si­ons­teil­neh­mer in anderen Lerngrup­pen ersehen konnte, dass viele stolz waren, sich nun in einem Umfeld auszu­ken­nen, das man vorher nicht richtig hatte einschät­zen können. (…) Die ‚Catch’-Faktoren des außer­schu­li­schen Lernens müssen aber in Konzep­tion, Inhalt und beson­ders in der Refle­xion immer mit den Unter­richts­in­hal­ten verknüpft werden. Erst dann bildet sich auch ein ‚Hold’-Effekt, der dazu führt, dass die Schüle­rin­nen und Schüler das erwor­bene Wissen auch produk­tiv nutzen können.“