Foto: C. Wiegand

Das Gelände der ehema­li­gen Braue­rei Pfeffer­berg, 1841 in Prenz­lauer Berg gegrün­det, war Thema in einem „denkmal aktiv“-Projekt der Klasse 6c der Schule am Teuto­bur­ger Platz in Berlin. Unter­stützt von der Stiftung Pfeffer­werk und dem Berli­ner Zentrum Indus­trie­kul­tur gestal­te­ten die Kinder einen Action­bound zum Indus­trie­denk­mal. Er wird am 1. Juli vor Ort präsen­tiert.

Die digitale Schnit­zel­jagd führt Schüle­rin­nen und Schüler durch unter­schied­li­che Epochen der über 180-jährigen Geschichte des histo­ri­schen Stand­orts. An mehre­ren Statio­nen bearbei­ten die Teilneh­men­den inter­ak­tive Aufga­ben und erhal­ten Einbli­cke in die Entwick­lung des ehema­li­gen Indus­trie­are­als.
Ab dem 2. Juli steht der Action­bound allen Inter­es­sier­ten kosten­frei zur Verfü­gung und kann abgeru­fen werden unter: https://schule-am-teute.de/

Foto: Denise Könen, Brühl

An der Erich-Kästner-Realschule in Brühl ging es in einer Projekt­phase von Februar bis Juni 2026 um das Weltkul­tur­erbe der Schlös­ser Brühl. Das Denkmal­ensem­ble ist zentra­ler außer­schu­li­scher Lernort für die UNESCO-Projektschule, die ihn mit Unter­stüt­zung durch denkmal aktiv bereits in einem Jahrgänge und Fächer übergrei­fen­den Schul­jah­res­pro­jekt erkun­det hat.

In dieser kompak­te­ren Projekt­phase nahm die Lehre­rin Denise Könen mit Kursen des Talentförderungs-Formats UNESCO-Campus die Epoche des Rokoko genauer unter die Lupe. Der Fokus lag auf den histo­ri­schen Kunst­for­men und den Handwerks­tech­ni­ken der Zeit. Sie bilden den Schwer­punkt einer Sonder­aus­stel­lung der Schlös­ser Brühl, die bis Ende 2026 unter dem Titel Rokoko under Construc­tion Einbli­cke in die Bauge­schichte von Schloss Augus­tus­burg gibt.

Die Monate bis zur Ausstel­lungs­er­öff­nung im Juni nutzten die Jugend­li­chen, um sich mit dem Bau und seinen Kunst­wer­ken vertraut zu machen. Dabei konnten sie auf Unter­stüt­zung durch das Kurato­ren­team zählen, das seine detail­lierte Exponat­liste für die Recher­che zur Verfü­gung stellte. Bei der Quellen­ar­beit, aber auch bei inten­si­ven Erkun­dun­gen der histo­ri­schen Räume vertief­ten sich die Teams in die Ereig­nisse und Entwick­lun­gen der Entste­hungs­zeit. Aus den in vielen Wochen zusam­men­ge­tra­ge­nen Inhal­ten verfass­ten sie dann in gemein­schaft­li­cher Arbeit Skripte für den offizi­el­len Kinder-Audio-Guide zur Ausstel­lung. Gemein­sam mit dem Talent­kurs Technik der EKR verwan­del­ten sie schließ­lich die Schule in ein Tonstu­dio und konnten die Kinder-Tonspur des Audio­gui­des auch selbst produ­zie­ren.

So sind die Jugend­li­chen aus der Rolle passi­ven Betrach­tens heraus­ge­tre­ten und selbst zu Gestal­tern der Denkmal­ver­mitt­lung gewor­den. Das museums­päd­ago­gi­sche Angebot flankier­ten die UNESCO-Campus-Leiterinnen der Realschule mit künst­le­ri­schen Workshops für Kinder und Jugend­li­che zur Technik der Fresken­ma­le­rei und der Stuck­her­stel­lung.

Das Katha­ri­neum zu Lübeck präsen­tiert ein zweispra­chi­ges denkmal-aktiv Projekt zu den Spuren der Franzo­sen­zeit in Lübeck. Unter der Leitung von Bastian Naumann erkun­de­ten die Schüle­rin­nen und Schüler des Jg. 10 histo­ri­sche Orte, Denkmale und Struk­tu­ren der Stadt, dokumen­tier­ten sie in deutsch‑französischen digita­len Steck­brie­fen und entwi­ckel­ten denkmal­ge­rechte Nutzungs­kon­zepte für ausge­wählte Objekte. 

Das Burgtor­re­lief. Hier endet dann auch der Stadt­rund­gang (Foto: B. Naumann, Lübeck).

Als Höhepunkt des Projekt­jah­res findet am Montag, den 29. Juni 2026, ein von den Schüle­rin­nen und Schülern geführ­ter Stadt­rund­gang statt, der gemein­sam mit Vertre­te­rin­nen der Oberen Denkmal­schutz­be­hörde sowie den Lehrkräf­ten moderiert wird. Die Veran­stal­tung beginnt um 9:45 Uhr mit einer Begrü­ßung der exter­nen Gäste. Der Rundgang startet um 10:00 Uhr auf dem Fahrrad­hof neben der Katha­ri­nen­kir­che, die während der Franzo­sen­zeit als Pferde­stall genutzt wurde. Gegen 12:30 Uhr endet die Führung auf der Wiese vor dem Burgtor, einem zentra­len Schau­platz der Gefechte um Lübeck. 

Da das Projekt mehrspra­chig angelegt ist, wird auch die Veran­stal­tung deutsch‑französisch und teilweise mutter­sprach­lich gestal­tet.

Alle Inter­es­sier­ten sind herzlich zum Stadt­rund­gang einge­la­den!

Zeit: Montag, 29. Juni 2026, ab 9:45 Uhr
Ort: Fahrrad­hof am Katharineum/Katharinenkirche, Abschluss am Burgtor

An der Fachober­schule Fränki­sche Schweiz hat ein denkmal aktiv-Projekt unter­sucht, welche Spuren im Schul­haus an die Entstehungs- und Nutzungs­ge­schichte des Gebäu­des erinnern: die Elektro­por­zel­lan­fa­brik Lindner, ein Bau der klassi­schen Moderne und als Indus­trie­denk­mal geschützt.

Am 27./28. Juni 2026 präsen­tiert das Projekt­team in einer öffent­li­chen Werkschau die Ergeb­nisse seiner „Spuren­su­che Lindner“.
Unter­stützt von Lehre­rin Heike Preier und der Kunst­his­to­ri­ke­rin Dr. Anna Elisa­beth Albrecht, die das Projekt fachlich beglei­tet hat, zeigen Fachober­schü­ler im Bereich Gestal­tung Modelle des histo­ri­schen Baus, Fotodo­ku­men­ta­tio­nen des umgenutz­ten Gebäu­des, Colla­gen zur Fabrik als Produk­ti­ons­stätte, Arbei­ten zum Leuch­ten­de­sign, das in Koope­ra­tion zwischen Lindner und dem Bauhaus­de­si­gner Wagen­feld entwi­ckelt wurde, und vieles mehr.
Auch ein QR-Code-installierter Denkmal­pfad durch das Indus­trie­denk­mal lädt zu Erkun­dun­gen ein.

Zeit: Samstag und Sonntag 27./28. Juni 2026, 11:00 bis 17:00 Uhr

Ort: Fachober­schule Fränki­sche Schweiz, Bahnhof­straße 55, 91330 Eggols­heim bei Bamberg

 

An der Angela­schule in Osnabrück haben sich in der AG „Geschichte für Fans“ im vergan­ge­nen Schul­jahr sechs Schüle­rin­nen und Schüler inten­siv mit der Kathe­drale des Bistums beschäf­tigt. An mehre­ren Studi­en­ta­gen kamen die Jugend­li­chen in den Dom, beglei­tet von Geschichts­leh­re­rin Reinhild Birmes und Museums­päd­ago­gin Jessica Löscher vom Diöze­san­mu­seum.

Bei einem Akade­mie­abend hat die AG ihr Dom-Projekt der Schul­fa­mi­lie vorge­stellt (Foto: R. Birmes, Osnabrück)

Bei ihren Erkun­dun­gen leuch­te­ten sie verschie­dene Aspekte des Gottes­hau­ses und seiner Geschichte aus. Dazu entwi­ckel­ten sie im zweiten Halbjahr jeweils eine Hörsta­tion. Mit ihren Podcasts wollen sie dazu beitra­gen, den Dom vor allem jungen Besuchern näher­zu­brin­gen. Die unglei­chen Türme, die Ausgra­bun­gen unter dem Dom, der Dom als Klang­raum und der Dom als Fried­hof, die Geschichte seiner Erbauer, Mythen und Legen­den … entstan­den sind sechs Statio­nen mit drei Minuten Inhalt, die per QR-Code im Dom abruf­bar sein werden.

Dieses Ergeb­nis Ihres denkmal aktiv-Projekts präsen­tiert die AG am Mittwoch den 17. Juni im Dom, wo die Mitschü­le­rin­nen und Mitschü­ler sie dann auch zum ersten mal im Baudenk­mal auspro­bie­ren können.
Die AG lädt alle Inter­es­sier­ten herzlich dazu ein.

Zeit: Mittwoch, 17. Juni 2026, 10:00 Uhr
Ort: Dom St. Petrus, Domplatz, 49074 Osnabrück

Flyer zu den Podcast-Stationen (PDF)

Eine neunte Klasse aus Höchberg bei Würzburg erkun­det seit Beginn des Schul­jah­res den Würzbur­ger Vierröh­ren­brun­nen. Was haben die Skulp­tu­ren der Kardi­nal­tu­gen­den mit Würzburg und mit Franken zu tun? Warum sind die Origi­nale im Museum für Franken einge­la­gert? Und welche Rolle spiel­ten Würzburgs barocke Brunnen in der Geschichte der städti­schen Wasser­ver­sor­gung?
Die 9e der Leopold-Sonnemann-Realschule hat aus all diesen Fragen an den Vierröh­ren­brun­nen beein­dru­ckende Kunst­werke entwi­ckelt und gestal­tet mit ihnen eine Ausstel­lung, direkt am histo­ri­schen Brunnen. 

Am Diens­tag den 16. Juni präsen­tiert die Klasse ihre Projekt­er­geb­nisse im Stadt­raum und lädt alle Inter­es­sier­ten herzlich dazu ein.

Die Schüle­rin­nen und Schüler sind in ihrem denkmal aktiv-Projekt nicht nur tief in die Stadt­ge­schichte einge­taucht. Sie haben auch disku­tiert: Was würden wohl die allego­ri­schen Figuren der Kardi­nal­tu­gen­den zu unserem heuti­gen Umgang mit Wasser sagen? Daraus entstand eine Zusam­men­ar­beit mit dem Museum für Franken im Kontext der aktuel­len Ausstel­lung „Geht grad so“.

Das Museum betei­ligt sich mit einem Mitmach­stand an der Veran­stal­tung am 16. Juni. Die Klasse durfte außer­dem eine Preview-Ausstellung im Museum gestal­ten, die hoffent­lich viele Besuche­rin­nen und Besucher zum Brunnen lockt.

 

Zeit: Diens­tag, 16. Juni 2026, 16:30 Uhr
Ort: Am Vierröh­ren­brun­nen, Residenz­platz, 97070 Würzburg

 

Die Projekt­gruppe vor ihren Kunst­wer­ken im Museum für Franken

 

An der Humboldt­schule in Bad Homburg zeigen Schüle­rin­nen und Schüler eine Ausstel­lung zum römischen Kastell­bad im vicus der Saalburg. Das Schul­jahr über setzten sich die Lernen­den unter­schied­li­cher Latein­kurse unter der Leitung der Latein­leh­re­rin Antje Schome­rus mit dem Kastell­bad, seiner Bauweise, der römischen Badekul­tur sowie der Bedeu­tung des Limes und der Saalburg ausein­an­der. Auch die UNESCO-AG der Unter- und Mittel­stufe nahm am Projekt teil.

Sicht­bare Überreste aus dem Römer­kas­tell Saalburg (Foto: A. Schome­rus, Bad Homburg).

Die Ergeb­nisse dieser inten­si­ven Ausein­an­der­set­zung werden am 17. Juni 2026 in der Medio­thek der Schule erstmals öffent­lich präsen­tiert. Zur feier­li­chen Eröff­nung haben zahlrei­che Gäste ihr Kommen zugesagt, darun­ter der Bürger­meis­ter der Stadt Bad Homburg, Dr. Jedynak, sowie der Direk­tor der Saalburg, Dr. Amrhein.

Die betei­lig­ten Schüle­rin­nen und Schüler werden kurze Einbli­cke in die Ergeb­nisse ihrer denkmal aktiv-Projektarbeit geben. Im Anschluss besteht die Möglich­keit, die Ausstel­lung in Ruhe zu besich­ti­gen und mit den Jugend­li­chen ins Gespräch zu kommen.

Alle Inter­es­sier­ten sind herzlich zur Ausstel­lungs­er­öff­nung einge­la­den.

Zeit: Mittwoch, 17. Juni 2026, 9:30 Uhr
Ort: Medio­thek der Humboldt­schule, Jacobi­straße 37, 61348 Bad Homburg

Erster Preis für ein denkmal aktiv-Projekt der Leopold-Sonnemann-Realschule Höchberg!

In Unter­fran­ken wurde der Realschul­preis 2026 verlie­hen. In der Katego­rie Kunst ging eine Auszeich­nung mit dem ersten Preis an die Klasse 9e für ihre Projekt­ar­beit zum Würzbur­ger Käppele. Der Preis würdigt das vorbild­li­che Engan­ge­ment der Klasse, das sie im Schul­jahr 2024/25 in ihrem von denkmal aktiv geför­der­ten Projekt gezeigt hat.

Angelei­tet von der Kunst­leh­re­rin Julia Hofbauer und Andreas Herrmann, ihrem Kolle­gen im Fach Religion, haben die jungen Leute ein ganzes Schul­jahr lang inten­siv die Wallfahrts­kir­che Käppele hoch über Würzburg erkun­det und auch den Kreuz­weg, der zu ihr hinauf­führt. Das Ziel: die Stadt­ge­sell­schaft auf das Denkmal­ensem­ble aufmerk­sam zu machen, das zur Zeit restau­riert werden muss. Zum Abschluss ihrer Arbei­ten luden die Schüle­rin­nen und Schüler mit künst­le­ri­schen Insze­nie­run­gen der Kreuzweg-Stationen zu einem großen Käppele-Fest ein. Den Erlös dieser Veran­stal­tung, die 600 Menschen anzie­hen konnte, haben die Jugend­li­chen für die Instand­set­zung der Wallfahrts­kir­che gespen­det. Außer­dem gestal­te­ten sie eine Broschüre, die Besuchern die Statio­nen des Kreuz­wegs näher bringt.

   

Der Unter­frän­ki­sche Realschul­preis wird alle zwei Jahre von einer Jury um den Minis­te­ri­al­be­auf­trag­ten für Realschu­len in Unter­fran­ken ausge­lobt. Er zeich­net innova­tive und nachhal­tig wirksame Projekte aus – solche, in denen nicht nur persön­li­che Erfolge erzielt werden, sondern die spürbar und langfris­tig in das Schul­le­ben hinein­wir­ken.
Die feier­li­che Verlei­hung der diesjäh­ri­gen Preise fand am 28. April 2026 in der Realschule in Haßfurt statt. Die Leopold-Sonnemann-Realschule erhielt in diesem Rahmen auch für die Alpen-AG einen ersten Preis in der Katego­rie Sport. Mit großem Stolz brach­ten die Schüler­grup­pen zwei Pokale und insge­samt 600 Euro Preis­geld zurück an die Schule in Höchberg. 

Wir gratu­lie­ren herzlich zu diesem doppel­ten Erfolg!

 

Alle Fotos: Angelika Wemhoff, Potsdam

An der Grund­schule Bornim in Potsdam haben die Schüle­rin­nen und Schüler der Jahrgänge 5 und 6 im Februar 2026 in einer Projekt­wo­che die zahlrei­chen verschie­de­nen Denkmale kennen­ge­lernt, die in der direk­ten Umgebung der Schule zu finden sind – die Borni­mer Kirche etwa, der Alte und der Neue Fried­hof, die landwirt­schaft­lich angelegte und ästhe­tisch gestal­tete Lenné­sche Feldflur, das Wohnhaus und der Garten des berühm­ten Stauden­gärt­ners Karl Foers­ter von 1910/11, das Alte Gut und auch das einstige Kultur­haus des Insti­tuts für Landtech­nik mit seinem Wandfries aus den 1960er Jahren. Ziel der Projekt­wo­che: Alle Kinder sollen ihre eigene, persön­li­che Erfah­rung mit verschie­de­nen Denkmal­or­ten „vor der Schul­tür“ machen, sie erkun­den und beschrei­ben können. 

Lehre­rin Angelika Wemhoff leitete das Projekt an und berei­tete es mit einer Doppel­stunde zum Begriff „Denkmal“ vor. Alle sammel­ten an diesem Tag gemein­sam ihre unter­schied­li­chen Gedan­ken dazu und sortier­ten sie. „Warum gibt es Denkmale?“ war in den Gesprä­chen eine zentrale Frage. Abschlie­ßend konnten die Kinder ihre Wunsch-Denkmalorte benen­nen, die sie gern näher kennen­ler­nen wollten, und bilde­ten für die eigent­li­che Projekt­wo­che zehn Klein­grup­pen.

Zum Projektwochen-Start dann empfin­gen die Schüle­rin­nen und Schüler die erste Exper­tin in der Schule  Frau Dobin vom Bürger­ver­ein Bornim führte sie am Montag in die histo­ri­schen Zusam­men­hänge des Heimat- und Schul­or­tes ein. Der Diens­tag und der Mittwoch waren für Exkur­sio­nen zu den Denkma­len da. Sie wurden von weite­ren Fachleu­ten beglei­tet, wie etwa von Herrn Kasper­c­zyk, Gärtner des Foerster-Gartens, der einer Gruppe das Wohnhaus Karl Foers­ters und dessen Garten­schöp­fung zeigte. Herr Herold vom Bürger­ver­ein beglei­tete die Kinder zum Kultur­haus und hat sein umfang­rei­ches Wissen mit ihnen geteilt, Frau Nerlich besuchte mit den Wandfries-Entwürfen ihres verstor­be­nen Mannes Werner Nerlich im Anschluss daran die Schule und führte dort ein Werkstatt­ge­spräch mit der Gruppe. 

Die weite­ren Tage verbrach­ten die Projekt­grup­pen damit, zu ihrem jewei­li­gen Denkmal Seiten für eine große Wandzei­tung über die Borni­mer Denkmale zu erstel­len. Zusätz­lich verar­bei­te­ten die Kinder ihre Ergeb­nisse in digita­ler Form: mit Action­bounds, die wie eine Denkmal-Schnitzeljagd durch Bornim führen. Schließ­lich wurden am 10. März sowohl ein Exemplar der Wandzei­tung als auch die Action­bounds zu den Borni­mer Denkma­len öffent­lich präsen­tiert, und zwar im Bürger­haus Bornim. Eine elftei­lige Artikel­se­rie in der Zeitschrift „Hevel­ler“ zu all den Denkma­len, die die Kinder erkun­det haben, schließt sich an. Der Verfas­ser Bernd Herold vom Bürger­ver­ein Bornim nimmt darin direk­ten Bezug auf die Ergeb­nisse und Erfah­run­gen der Projekt­wo­che.

Der inten­sive Kontakt und Austausch mit den Fachleu­ten des Bürger­ver­eins, des Foerster-Hauses und mit Frau Nerlich hat bei den Kindern einen großen und bleiben­den Eindruck hinter­las­sen. Ihre Rückmel­dung auf die Projekt­wo­che und die Exkur­sio­nen fiel absolut positiv aus und war verbun­den mit dem Wunsch, das Denkmal­pro­jekt zu wieder­ho­len oder weiter zu vertie­fen.
Um nur eine der begeis­ter­ten Antwor­ten aus den Feedback-Bögen der Kinder zu nennen:
„Ihr hattet eine super Idee!“

An einem Besuch des Bundes­prä­si­den­ten nahmen der Lehrer Timo Ohrndorf und für die Projekt­gruppe des Heilig-Geist-Gymnasiums Würse­len Adna Sofic und Lisa Syben teil (rechts im Bild). Foto: Alexan­dra Sell

Bundes­prä­si­dent Frank-Walter Stein­meier war im Novem­ber 2025 bei der Deutschen Stiftung Denkmal­schutz in Bonn zu Gast. Zwei Schüle­rin­nen des Heilig-Geist-Gymnasiums Würse­len konnten dem Bundes­prä­si­den­ten bei diesem Anlass vom beispiel­haf­ten Einsatz junger Menschen für ein Denkmal in ihrer Region berich­ten: der langjäh­ri­gen Projekt­ar­beit für den Erinne­rungs­ort Villa Buth in Jülich-Kirchberg. 

Die Villa ist ein imposan­ter Gründer­zeit­bau, und er birgt ein dunkles Kapitel: 1941/42 diente er als Sammel­la­ger für Jüdin­nen und Juden vor ihrer Depor­ta­tion. Diesen Ereig­nis­sen wollen die Schüle­rin­nen und Schüler nachge­hen. Sie begin­nen im Schul­jahr 2017/18 in einem von denkmal aktiv unter­stütz­ten Projekt­kurs, die Geschichte der Villa zu erfor­schen. Dabei arbei­ten sie mit dem Stadt­ar­chiv Jülich, der Unteren Denkmal­be­hörde und der Jülicher Gesell­schaft gegen das Verges­sen zusam­men. Das Ergeb­nis: 2019 erscheint die Publi­ka­tion „Villa Buth – Zwischen­sta­tion zum Holocaust“ mit den Biogra­fien von 156 Opfern.

Danach bleibt die Villa Buth ein Lernort, Thema im Unter­richt und in der politi­schen Bildung am Heilig-Geist-Gymnasium. 2024 erscheint eine zweite Auflage der Publi­ka­tion. Und 2025 ist aus dem Projekt eine Podcast-Serie hervor­ge­gan­gen: „Die Villa Buth zwischen Vergan­gen­heit und Zukunft“. Das Projekt­team um Lehrer Timo Ohrndorf ist dafür mit dem renom­mier­ten Helmut A. Crous-Geschichtspreis 2025  der AKV Sammlung Crous in der Katego­rie Schüler ausge­zeich­net worden. Eine Einla­dung an Timo Ohrndorf zum Bürger­fest des Bundes­prä­si­den­ten in der Bonner Villa Hammer­schmidt 2026 folgte.

Aktuell bedroht ein mögli­cher Abriss der Villa die anschau­li­che Erinne­rung daran, dass hier in Kirch­berg einst das Juden­sam­mel­la­ger des Kreises Jülich einge­rich­tet war. In den Mittel­punkt ihrer Podcast-Serie stell­ten die Schüle­rin­nen und Schüler deshalb die Frage, welche Bedeu­tung der Villa als Erinne­rungs­ort zu Juden­ver­fol­gung und Holocaust zukommt. In zehn Folgen sprechen sie dazu mit Verant­wort­li­chen, Fachleu­ten und Zeitzeu­gen und binden ganz unter­schied­li­che Perspek­ti­ven ein. Die Serie ist in der Media­thek von NRWision zu hören.

Das anhal­tende Engage­ment des Heilig-Geist-Gymnasiums beweist anschau­lich: Lernen am Denkmal macht Geschichte leben­dig – und Jugend­li­che zu aktiven Mit-Gestaltenden der Erinne­rungs­kul­tur.

 
„Die intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte der Villa Buth hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, Erinnerungsarbeit aktiv zu gestalten. Die direkte Anerkennung durch den Bundespräsidenten und sein Zuspruch ‚Unbedingt weitermachen!’ sind für uns ein enormer Ansporn, dieses Projekt mit noch mehr Leidenschaft fortzuführen.
Dass der Bundespräsident unser Engagement für die Villa Buth so wertschätzt, bestärkt uns in der Überzeugung, dass unsere Stimme als junge Generation zählt – sein Appell, dranzubleiben, ist für uns Verpflichtung und Motivation zugleich, die Geschichte dieses Ortes lebendig zu halten.“

Adna Sofic und Lisa Syben